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Interview mit HBI Wolfgang Aigner – Halbzeit der Kommandoperiode

Zur Halbzeit der ersten Periode (insgesamt 5 Jahre) des neuen Kommandos sprach ff-aisting-furth.at mit dem Kommandanten unserer Wehr, HBI Wolfgang Aigner.

Gleich nach deinem Dienstantritt hatten wir mit der Kollision zweier LKW einen der größten Einsätze in der Geschichte unserer Wehr. Was hast du dir nach dem Einsatz gedacht?
“Boah! Gar nicht schlecht gemacht” – war mein erster Gedanke. Auch wenn der Unfall tragisch war, als Feuerwehr haben wir diese Herausforderung toll gemeistert. Die größte Kraft für die folgende Zeit hat mir gegeben, dass alle Kameraden von sich aus soviel Einsatz gezeigt haben und die Schwierigkeiten gelöst haben. Das schönste Gefühl war, dass wir diese große Herausforderung gemeinsam gelöst haben. Da habe ich endgültig gewusst: Unsere Feuewehr funktioniert sehr gut.

Was hat dich in diesen zweieinhalb Jahren positiv überrascht?
Ich hatte das Glück, der erste Kommandant zu sein, der während seiner Amtszeit heiraten durfte. Das große Engagement und die rege Beteiligung bei der Hochzeit haben mich sehr gefreut und positiv überrascht. Dass soviele Kollegen Spallier gestanden sind, bei der Agape dabei waren und mitgefeiert haben, war das bisher schönste Erlebnis.

Was war die größte Herausforderung bis jetzt?
Die größte Herausforderung war sicherlich das allgemeine Umdenken, wenn man in so eine Funktion kommt. Es ist ein Bereich, den man vorher eigentlich gar nicht gekannt hat – mit anderen Denkweisen und organisatorischen Aspekten, die von der vorher ausgeführten Feuerwehrarbeit doch stark abweichen. Diese große Herausforderung kann man nur mit einer starken Mannschaft meistern. Und die haben wir in Furth definitiv.

Mit den beiden 20-Jährigen Markus (Anm. Lindtner) und Tobias (Anm. Berei) hast du zwei sehr junge Feuerwehrer in das erweiterte Kommando geholt. Was sagst du rückblickend zu der Entscheidung?
Markus hat sich als Betreuer in der Jugendgruppe bewährt, daher konnten wir ihn von Anfang an gut einschätzen. Seinen Weg ist er gleich sehr gut gegangen und er hat seine Rolle schnell gefunden. Das war wegen des ereignisreichen Amtsantrittes (LKW-Unfall, Hochwasser) sicher gar nicht so einfach, weil das gesamte Kommando sehr beschäftigt war und die Unterstützung für Markus in dieser Phase nicht in der geplanten Stärke zur Verfügung stand. Die Jugendgruppe hat er jetzt voll im Griff.

 

Mit Tobi haben wir einfach einmal geredet, ob er Interesse hätte, den Atemschutz zu verantwortenn – sicherlich kein leichtes Aufgabengebiet. Ich ziehe den Hut, wie er diesen großen und vor allem verantwortungsreichen Bereich leitet.

Allgemein kann ich sagen, darf man die Jungen nicht unterfordern. Ganz im Gegenteil! Es macht Sinn und Freude junge Mitglieder zu motivieren, sich stärker zu engagieren und ihre frischen Ideen in die Feuerwehr einzubringen.

Wir hatten 2015 bisher ein sehr einsatzarmes Jahr. Wie willst du die Motivation in der Truppe aufrecht erhalten?

Das ist sicherlich eine große Herausforderung derzeit. Wenn es viele Einsätze gibt, gibt es immer auch genug zu tun. Es wird wenig diskutiert, dafür mehr gemacht. In einer einsatzarmen Phase hat man die Möglichkeit, vieles und auch sich selbst zu hinterfragen.

Eines ist klar: Die Zeit müssen wir nutzen, um uns organisatorisch top vorzubereiten. Dass wir derzeit weniger Einsätze fahren, gibt uns die Möglichkeit uns für die Kommenden Aufgaben zu rüsten. Der Ausbildungschwerpunkt im zweiten Halbjahr wird auf der Einsatz-Taktik liegen. Das wird von unserem Zugskommandanten Georg Luftensteiner super vorbereitet. Im Herbst geht es dann sowieso rasant weiter mit unserem Feuerwehr-Ausflug im September und den anschließenden Vorbereitungen für Punschstand, Friedenslichtaktion und Jahreshauptversammlung.

Thema Frauen bei der Feuerwehr – wie schaut es damit aus?
Endlich ist der Weg geebnet, würde ich sagen! Mit Fanni haben wir unser erstes weibliches Mitglied in der Jugend. Ich würde mich aber über noch mehr Zulauf freuen. Vielleicht wird Fanni nach der Jugend das Vorbild für andere Mädls und Frauen sein, der Feuerwehr beizutreten. Es wird in allen Bereichen immer wichtiger und entscheidender Frauen einzubinden und das sehe ich sehr positiv.

Auch nicht zu vergessen, sind unsere Frauen im Hintergrund. Ohne die Unterstützung und das Verständnis von zu Hause kann eine Feuerwehr nicht funktionieren.

Wird es unsere Feuerwehr im Jahr 2050 noch geben?
Davon bin ich fest überzeugt! Inwiefern wir uns bis dahin organisatorisch oder technisch verändern, ist natürlich offen. Aber auch 2050 wird die Feuerwehr immer noch ein wichtiger Sicherheitsfaktor für die Bevölkerung sein.

Wenn du einen Wunsch an die Gemeinde frei hättest – was wäre das?

Da gibt es nicht viel was ich mir wünschen müsste. Die Bürgermeister müssen für einen wirkungsvollen Brandschutz sorgen und wir sind dabei Erfüllungsgehilfen.

Im Fall von Schwertberg ist die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Feuerwehr sehr positiv und problemlos. Dabei ist es wichtig, dass sich die Feuerwehr nie politisch auf eine Seite schlägt. Unsere Aufgabe ist es, Kameradschaft zu leben, unabhängig von Ideologie, Geschlecht, Herkunft oder Hautfarbe.